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Sonntag, 9. Juni 2013

Dichromatisch vs. 5-Band - ein Resultat

Ich habe das Experiment heute beendet. Manche Pflanzen wurden langsam so groß, dass sie andere Pflanzen unterdrückt haben. Es gab für mich ein etwas überraschendes Resultat.

Zunächst mal eine Draufsicht. Unten stehen die beiden Proben der dichromatischen Beleuchtung, links jeweils die Proben ohne IR Licht. Man muss schon genau hinsehen, um Unterschiede zu erkennen



In der Seitenansicht von links nach rechts dichromatisch, dichromatisch IR, 5-Band, 5-Band IR. Die beiden Proben unter dem IR Licht sind minimal höher.




Und hier Bilder der Pflanzen mit gewaschenen Wurzeln. Bitte entschuldigt die teils unscharfen Bilder

dichromatisch

dichromatisch IR

5-Band

5-Band IR

Das nächste Bild zweigt die Wurzeln der dichromatisch IR (unten) und 5-Band IR (oben) im direkten Vergleich. Die drei Wurzeln oben links sind rein von der Betrachtung die am besten entwickelten. Die Wurzel oben rechts allerdings die schwächste.


Hier die Resultate der Wiegung (Wurzel und Blattgrün jeweils Gesamtgewicht, Stengel Durchmesser ist ein Durchschnittswert)

dichromatisch

  • Wurzeln: 7,4 Gramm
  • Blattgrün: 13,6 Gramm
  • Stengel: 2,68mm
dichromatisch IR
  • Wurzeln: 7,6 Gramm
  • Blattgrün: 16,5 Gramm
  • Stengel: 3,29mm
5-Band
  • Wurzeln: 7,9 Gramm
  • Blattgrün: 13,1 Gramm
  • Stengel: 2,61mm
5-Band IR
  • Wurzeln: 8,3 Gramm
  • Blattgrün 14,9 Gramm
  • Stengel: 2,98mm
Es ist schwierig, bei so kleinen Werten genaue Angaben zu erhalten. Nach mehrfachem wiegen ist es jedoch eindeutig. Die größte Blattmasse hat dichromatisch IR, die größte Wurzelmasse 5-Band IR.

Aus dem Experiment kann ich, unter Vorbehalt, folgende Schlüsse ziehen:

  1. Das zusätzliche IR Licht wirkt sich insgesamt positiv auf das Wachstum aus.
  2. Das verbreiterte Spektrum der 5-Band Beleuchtung wirkt sich positiv auf das Wurzelwachstum aus
  3. Die fehlende Energie im 450nm Band und/oder im 660nm Band wirkt sich bei der 5-Band Beleuchtung negativ auf das Wachstum des Blattgrün und den Stengeldurchmesser aus.
Unter Vorbehalt deshalb, weil bei diesen geringen Mengen schon kleine Störungen das Ergebnis beeinflussen können.

Von jeder Probe habe ich jeweils die schönste Pflanze ausgesucht und umgetopft. Mit diesen Pflanzen lasse ich das Experiment mit unveränderter Konfiguration der Beleuchtung weiterlaufen.

dichromatisch

5-Band
Ich werde dieses Experiment noch einige Tage so weiter laufen lassen. In der Zwischenzeit lasse ich für den nächsten Durchlauf Salat keimen. 

Mein vorläufiges Fazit: das breitere Spektrum und das zusätzliche IR Licht wirken sich positiv aus. Ich denke jedoch, dass man der Pflanze die Energie speziell im 660nm Bereich nicht nehmen darf.

Das ein breiteres Spektrum das Wurzelwachstum begünstigt würde auch meine bisherigen Beobachtungen (hier und hier), dass weiße LEDs das Wurzelwachstum begünstigen, bestätigen und erklären. 

Ob sich mein Fazit bestätigt werde ich in weiteren Experimenten ermitteln. Eventuell werde ich den Aufbau noch um 1-2 Varianten erweitern. Die bisherigen bleiben für die Vergleichbarkeit unverändert.

Freitag, 7. Juni 2013

Deutliche Unterschiede

Wir schreiben Tag 9 meines aktuellen Experiments. So langsam zeigen sich doch deutliche Unterschiede, die ich so nicht erwartet habe. Am deutlichsten zeigen sich Unterschiede zwischen der zweifarbigen Beleuchtung ohne IR (auf dem Foto links) und der 5-Band Beleuchtung mit IR.


Unter der 5-Band Beleuchtung zeigt sich ein sichtbar besseres Blattwachstum, sowohl mit als auch ohne IR.

Man kann auch schon einen leichten Unterschied im Längenwachstum zwischen der Beleuchtung mit und ohne IR erahnen, was jedoch zu erwarten war. Ob IR noch weitere Effekte hat muss beobachtet werden.

Im nächsten Schritt werde ich weiß hinzufügen um zu ermitteln, welchen Effekt speziell das grüne Licht der weißen LEDs auf die Pflanzen hat.

Donnerstag, 6. Juni 2013

Gallmilben auf Tomaten

Seit ich im letzten Jahr begonnen habe, Tomaten zu züchten, habe ich Probleme mit Gallmilben. Leider weiß ich nicht, woher die immer wieder kommen. Mit Netzschwefel habe ich zumindest ein Mittel, welches vor allem in der Anzucht noch gut und gefahrlos eingesetzt werden kann.

Bei meinem Nährstoffe-in-Kokos-Experiment ist mir jetzt aufgefallen, dass trotz spritzen einige Pflanzen befallen sind. Und zwar ausschließlich die Pflanzen, die mit Hesi Coco gedüngt werden. Allgemein wirken die Pflanzen auch schwach im Vergleich zu den anderen und sind wohl anfälliger gegen derartige Angriffe von Schädlingen. Die Pflanzen direkt daneben zeigen, trotz Berührung, noch keinen Befall.

Wie der Befall aussieht zeigen diese Bilder
Pickel auf der Oberseite und einrollen der Blätter

Pickel (Gallen) auf der Unterseite. Auch auf dem Keimblatt (links unten) zu erkennen


Das tückische bei so einem Befall ist, dass er auf der Blattunterseite beginnt. Dort sieht man zuerst kleine Pickel, die Gallen. In meinem Fall sieht man es besonders gut, weil sich die Blattunterseite bei den Tomaten durch das intensive Licht stark rot verfärbt. Die Gallen treten so noch deutlicher hervor.

Später bilden sich auch auf der Oberseite deutliche Pickel und das Blatt beginnt, sich einzurollen.

Eine Jungpflanze mit einem derartigen Befall sollte man komplett entsorgen. Auf keinen Fall in den Kompost geben sondern am besten in den Restmüll.

Hier noch ein weiteres Bild von anderen Pflanzen.

Deutlich erkennbare Gallen auf den Keimblättern. Von oben ist nichts zu sehen.

Erste Wurzeln

In den Abflusslöchern der Töpfchen zeigen sich erste Wurzeln. 2-Band ohne IR bisher noch nicht, 2-Band mit IR und 5-Band ohne IR je eine und 5-Band mit IR insgesamt vier, wobei aus einem Loch bereits zwei herausschauen

Noch kein eindeutiges Resultat

Das Experiment dichromatische LEDs vs. 5-Band läuft relativ gut. Wie zu erwarten war wachsen einzelne extrem gut, andere eher schlecht als recht. Im Schnitt ist aber noch kein eindeutiger Vorsprung für eine bestimmte Farbzusammenstellung zu erkennen.

Für ein besseres Resultat werde ich am Ende des Experiments von jeder Pflanze den Durchmesser des Stengels ermitteln. Anschließend werde ich den Wurzelballen vollständig von Kokosresten befreien und den Wurzelbereich vom Rest abtrennen. Wurzeln und Blattgrün werden anschließend gewogen und jeweils zusammengerechnet.

Die beiden 5-Band. Links ohne, rechts mit IR

Dichromatisch, links ohne, rechts mit IR

Samstag, 1. Juni 2013

Düngen von Kokoserde - Zwischenstand

Seit ein paar Tagen läuft ein Experiment mit drei verschiedenen Düngern, um Kokoserde zu düngen. Ich will das Experiment kurz beschreiben und einen Zwischenstand geben.


Für den Test verwende ich einen Dünger speziell für Hydrokulturen von Ebert für 9,99€, einen für Hydrokulturen geeigneten Flüssigdünger von Substral und einen speziellen Dünger für Coco von Hesi. Dabei handelt es sich um ein komplettes Set mit verschiedenen Substanzen.

Von jedem Dünger habe ich nach Vorgabe einen kleinen Vorrat von je 200ml angemischt. Gegossen wird nach Bedarf mit einer Spritze, um die Dosierung kontrollieren zu können.

Testkandidaten sind wieder meine Roma Tomaten in einem 3x4 Mini Gewächshaus. Das heißt für jeden Dünger 4 Pflanzen.


Die obere Reihe wurde mit Hesi TNT Complex plus Zusätze gedüngt, in der Mitte Substral und unten der Hydro Dünger von Ebert.

Bisher kann ich bei keiner Pflanze Mangelerscheinungen beobachten. Der billigste Dünger von Substral zeigt die besten Ergebnisse. Der teuerste von Hesi enttäuscht bisher. Um Einflüsse wie Temperatur, Licht oder Genetik der Pflanzen auszuschließen werde ich in weiteren Tests auch noch größere Mengen an Pflanzen miteinander vergleichen.

Ein paar Zahlen

Ein paar Zahlen zu dem Experiment (blau = 400-500nm, grün=500-600nm, rot=600-700nm)

Dichromatisch ohne IR

*********Power***********
PWR:   2.07W
**********PAR*************
PAR:   9.74 µmol/s
blue:  3.53 µmol/s
green: 0.09 µmol/s
red:   6.05 µmol/s


5-Band ohne IR
*********Power***********
PWR:   2.01W
**********PAR*************
PAR:   9.52 µmol/s
blue:  3.00 µmol/s
green: 0.23 µmol/s
red:   6.24 µmol/s


Strahlungsleistung und gesamt PAR sind nahezu identisch. Aber man sieht eine leichte Verschiebung ins Rote bei der 5-Band. Unterschiede im Wuchs könnten daher sowohl von der Verbreiterung des Spektrums als auch von dem größeren Rotanteil bzw niedrigeren Blauanteil herrühren.

Freitag, 31. Mai 2013

Erste Prognose

Ich gebe mal vorsichtig eine erste Prognose ab. "Sieger" könnte die 2-Band Lampe mit IR werden.

Obwohl augenscheinlich die 5-Band Lampe heller erscheint sagt mein "Luxmeter", unter den 2-Band Lampen hätte es etwa 600 Lux mehr als unter den 5-Band Lampen, wobei die mit IR jeweils nochmal 100 Lux mehr haben als die ohne. Ohne professionelles Equipment ist das aber eher mit Vorsicht zu genießen.

Aber nicht nur wegen der Helligkeit. Man sieht bereits jetzt das Wachstum des ersten Blattpaares. Und unter der 2-Band IR Lampe ist es am deutlichsten sichtbar. Das durchschnittliche Wachstum des ersten Blattpaares ist hier am deutlichsten sichtbar.

Ich werde in den nächsten Tagen Bilder machen, wenn man es richtig sieht

Donnerstag, 30. Mai 2013

LED Pflanzenlicht: Dichromatisch vs. 5-Band plus IR

Mit einiger Verzögerung startet endlich mein neues Experiment. Ich vergleiche eine Beleuchtung mit sogenanntem dichromatischen Licht, also mit zwei Farben, mit einer 5-Band Beleuchtung. Zusätzlich zu jeder Kombination wird eine zweite mit Infrarotstrahlung verwendet, also insgesamt vier Varianten.

Das sieht im Detail wie folgt aus:
  1. Dichromatisch, 2x blau 450nm, 4x rot 656nm
  2. Dichromatisch, 2x blau 450nm, 4x rot 656nm, 1x 740nm 
  3. 5-Band, 1x 450nm, 1x 470nm, 1x 615nm, 1x 625nm, 2x 656nm 
  4. 5-Band, 1x 450nm, 1x 470nm, 1x 615nm, 1x 625nm, 2x 656nm, 740nm
Alle LEDs sind jeweils in Reihe geschaltet und mit 350mA betrieben. Das ergibt eine Gesamtleistung von rund 5W pro Beleuchtung. Mit dem Lichtsensor meines Smartphone messe ich auf Höhe der Blätter über 10000 Lux. Ich weiß allerdings nicht, wie aussagekräftig dieser Wert bei einer derartigen Beleuchtung ist.

Wie immer ist es schwierig, Fotos davon zu machen. Die Kameras sind einfach nicht in der Lage, mit den Farben klar zu kommen. Der Aufbau befindet sich in einfachen Faltboxen für 2€. Diese wurden innen mit Alufolie beklebt. Dabei ist die matte Seite innen da ich festgestellt habe, dass die diffuse Streuung effektiver ist.

Die offenen Boxen
Durch ein Loch in der Oberseite ist ein CPU Kühler gesteckt, auf dem sich die LEDs befinden. Der Lüfter saugt Außenluft an und bläst sie leicht erwärmt nach innen. In den Boxen herrscht dadurch eine Temperatur von 23-24°C und die Luft wird leicht bewegt.

Testobjekte sind wie immer Roma Tomaten in den Schalen der Mini Gewächshäuser, die zufällig genau in die Boxen passen. Substrat ist wieder Kokoserde. Diesmal hab ich dem Aufquellwasser einen für Hydrokulturen geeigneten flüssigen Mineraldünger (NPK 6+3+6) zugegeben. Leider sind meine Tests mit den verschiedenen Düngern noch nicht weit genug, aber ich musste die Pflanzen langsam pickieren. Die standen leider nur unter einer viel zu schwachen Leuchtstoffröhre, wodurch sie schwache Stengel und große Keimblätter bekommen haben. Nach dem Pickieren sind sie etwas schlapp.

Den Test werde ich laufen lassen bis die Pflanzen nicht mehr ausreichend Platz in der Box haben, vorausgesetzt die Düngung funktioniert jetzt. Irgendwie erweist sich die Nährstoffzufuhr in Kokos als schwierig. Ohne den richtigen Dünger und ohne die richtige Dosierung scheint das nicht zu funktionieren.



Dichromatisch

5-Band mit IR

5-Band

Dichromatisch mit IR


Die geschlossenen Boxen

Freitag, 12. April 2013

Die Kunst der Gemüseanzucht

Gemüse anzuziehen ist eigentlich recht einfach. Samen in den Boden und feucht halten.

Aber halt, da geht es schon los. Wie tief muss der Samen in die Erde, damit er keimt? Es gibt nämlich Lichtkeimer und Dunkelkeimer. Lichtkeimer brauchen, wie der Name schon sagt, Licht zum keimen. Deshalb darf man die Samen meist nur leicht andrücken oder dünn mit einer Schicht Erde bedecken. Andere Samen müssen mehrere Zentimeter in den Boden. Diese Info steht meistens auf den Saatgut-Tütchen.

Die zweite wichtige Information ist die Temperatur. Ist die Pflanze ein Kaltkeimer oder mag sie es lieber warm? Wenn es sich um Kaltkeimer handelt steht es meistens auch auf dem Tütchen, aber leider nicht immer. Wenn man etwas im Herbst säen soll oder sehr früh im Jahr kann man davon ausgehen, dass es ein Kaltkeimer ist.

Andere Informationen findet man jedoch auf keinem Samen-Tütchen, zumindest nicht direkt. Man kann sie, wenn überhaupt, nur aus dem Termin der Aussaat und der Ernte in etwa ableiten.

Es ist zum Beispiel wichtig, ob es sich um eine Kurztagpflanze, Langtagpflanze oder um eine tagneutrale Pflanze handelt. Dabei geht es um den Zeitpunkt, bei welcher Beleuchtungsdauer eine Pflanze vom vegetativen Wachstum in das generative Wachstum übergeht, also von der Bildung von Wurzeln und Blättern hin zu Blüten und Früchten.

Langtagpflanzen beginnen mit der Blüte, wenn die Beleuchtungsdauer einen gewissen Wert überschritten hat. Beispiele sind zum Beispiel Radieschen oder Salat. Deshalb sollte man, bis auf gewisse speziell gezüchtete Sorten ausgenommen, Salat und Radieschen nur im Frühjahr und Herbst anbauen, wenn die Tage kürzer sind. Viele Langtagpflanzen sind aber anscheinend relativ großzügig und Faktoren wie die Temperatur spielen eine bedeutend größere Rolle bei der Blüteninduktion.

Kurztagpflanzen dagegen blühen, wenn eine gewisse Beleuchtungsdauer unterschritten wird. Berühmtestes Beispiel dafür dürfte Hanf sein. Die Blüte beginnt erst bei 12 Stunden oder weniger.

Tagneutrale Pflanzen stammen meist aus tropischen Regionen, wo es keinen großen jahreszeitlichen Unterschied in der Tageslänge gibt. Diese Pflanzen entscheiden selbst, wann sie mit der Blüte beginnen und können das ganze Jahr über wachsen und Früchte tragen. Wenn meine Recherchen stimmen gehören Tomaten und Paprika zu den tagneutralen Pflanzen.

Ein weiterer Faktor ist die Temperatur. Salat "schießt" zum Beispiel bei höheren Temperaturen, Sellerie und Kohlrabi können nach kurzen Frostperioden im Mai direkt mit der Blüte beginnen.

Eine interessante Seite mit einigen Informationen dazu gibt es hier

Warum schreibe ich das? Nun, ich will auch im nächsten Jahr wieder einiges an Gemüse vorziehen. Und in diesem Jahr war es etwas chaotisch. Es ist zum Beispiel nicht unbedingt sinnvoll, Salat und Tomaten unter den selben Bedingungen wachsen zu lassen. Tomaten mögen es lange hell und warm, Salat will weniger als 12 Stunden Licht und mag es eher kühl. Natürlich kann man auch Tomaten kühler und mit weniger Licht wachsen lassen, aber dementsprechend langsam wachsen sie dann.

Im nächsten Jahr werde ich deshalb verschiedene Bereiche schaffen, eine kühle mit kurzer Beleuchtung und eine warme mit längerer Beleuchtung. Ich werde im laufe des Jahres allerdings noch weitere Informationen zu diesen Themen sammeln.

Freitag, 5. April 2013

Anzucht mit oder ohne künstliche Beleuchtung?

Ich verwende ja für meine Anzucht von Pflanzen zusätzlich zum Tageslicht am Fenster noch eine künstliche Beleuchtung, um die Defizite an Sonne in diesem Jahr etwas zu kompensieren. Parallel dazu habe ich aber auch einige Pflanzen ohne Beleuchtung an dem selben Fenster stehen. Hier mal ein Vergleich:

Mit der Zusatzbeleuchtung wächst diese Pflanze schön gleichmäßig, gerade und buschig.




Die Vergleichspflanze ist schief, unregelmäßig und man sieht die größeren Abstände zwischen den Inoden, also den Blattabzweigungen.



Das sieht auf jeden Fall mal nicht schön aus, ob das aber nachher Auswirkungen auf den Ertrag hat kann ich nicht sagen.

Manche würden jetzt vermutlich die Pflanze am Fenster drehen, aber das bringt andere Probleme. Zum einen bekommt die Pflanze weniger Licht, weil die Blattmasse in eine Richtung konzentriert ist, zum anderen kostet es die Pflanze zusätzliche Kraft, sich wieder in Richtung Licht umzudrehen. Sie würde also viel Energie darauf verwenden, sich wieder in das Licht zu drehen anstatt zu wachsen. Man müsste die Pflanze dann schon eher täglich drehen, was aber irgendwann zeitaufwändig wird.

Ein gewisses Maß an Zusatzbeleuchtung ist also nicht falsch, aber es muss nicht übermäßig viel sein. Es hilft hauptsächlich dabei, dass die Pflanzen gerade und gleichmäßig wachsen

Mittwoch, 27. März 2013

Anzuchterde oder Kokoserde?

Bisher hab ich für die Anzucht von Samen entweder Anzuchterde oder Kokos Quelltabletten verwendet. Mit der Anzuchterde habe ich bisher aber nur mäßig gute Erfahrungen gemacht und die Quelltabletten sind teuer.

Deshalb habe ich mir Kokoserde bestellt. Die wird in Briketts geliefert und muss mit Wasser aufgequollen werden. Das spart Platz und Gewicht bei Lagerung und Transport.

In diesen Karton befinden sich umgerechnet über 300 Liter Erde. Dazu kommt, dass Kokos ein nachwachsender Rohstoff ist. Torfhaltige Gartenerde schädigt die Moore.


Vor einigen Wochen habe ich etwa 20 Salatsamen in Anzuchterde gesät. Das traurige Ergebnis waren ganze zwei Samen, die gekeimt sind. Letzte Woche habe ich das gleiche noch einmal gemacht, nur diesmal mit Kokoserde. Das Ergebnis spricht Bände.


Auch bei Mais hab ich ähnliches beobachtet. Von drei in Anzuchterde gesteckten Maiskörnern ist eins überhaupt gekeimt. Bei meinem Vorquell-Experiment sind 20 von 20 Körnern gekeimt.


Ich will die Kokoserde nicht nur für die Anzucht verwenden. Ich habe verschiedene Sorten gekauft. Die für die Anzucht ist sehr fein, es gibt aber auch gröbere. Ich will meine Roma Tomaten zur Hälfte in normale Tomatenerde setzen, die zweite Hälfte in Kokoserde. Bin gespannt, ob es da Unterschiede gibt. Vor allem geht es mir dabei um Schädlinge und Krankheiten. Bei normaler Gartenerde hat man eigentlich fast immer die Gefahr, dass man Fliegen, Bakterien oder Pilze gleich mit einkauft. Die Gefahr ist bei Kokos zumindest dramatisch reduziert, wenn nicht sogar komplett eliminiert.

Recht praktisch sind die "Grow Bags". Das sind Plastikbeutel, in denen eine ausreichende Menge Kokos in gepresster Form geliefert werden und der Beutel dient gleichzeitig als Topf. Einfach Beutel öffnen und mit Wasser aufquellen lassen.
Bildquelle: http://www.kokoserde.de/
Für den Schreibtisch sind sie jedoch nicht geeignet, da sie auslaufen können, wie ich schmerzlich feststellen musste ;-)

Für Pflanzen scheint Kokos wirklich ideal zu sein, für den Menschen hab ich jedoch zwei Probleme festgestellt. Zum einen kann die Kokoserde einen leicht säuerlichen Geruch verbreiten, vor allem, wenn es im Raum warm ist. Und zum anderen sollte man beim Verarbeiten Handschuhe tragen. Wenn ich mit den Händen darin gewühlt habe, war die Haut anschließend rau und trocken.

Zumindest für die Anzucht werde ich nur noch Kokoserde verwenden. Für das Freiland warte ich den Rest des Jahres ab.

Bestellt habe ich bei http://www.kokoserde.de/. Der Preis ist gar nicht mal so teuer. 20 Liter normale Anzuchterde kosten im Baumarkt etwa 4,50€, macht einen Preis pro Liter von 22,5 Cent. Die Kokos Anzuchterde kostet 1,38€ und ergibt etwa 6 Liter. Macht 23 Cent pro Liter. Die 9 Liter werden nach meiner Meinung nicht erreicht. Es gibt natürlich vor allem in Discountern billigere Anzuchterde, aber da erhält man auch eine entsprechende Qualität. Ich habe sogar schon fremde Pflanzen daraus keimen gesehen

Leuchtstoffröhre oder LED für die Anzucht?

Meine Neugier treibt mich von einem Experiment zum nächsten. Viele verwenden gern Leuchtstoffröhren, weil die in der Anschaffung billig sind und einfach in der Handhabung.

Ziel des Experimentes ist nicht zu beweisen, dass Leuchtstoffröhren nicht funktionieren. Das tun sie durchaus. Ziel ist es herauszufinden, ob sich die Mehrkosten für LEDs irgendwann amortisieren.

Für das Experiment verwende ich die billigste Leuchtstoffröhre mit 18W, die ich finden konnte. Es ist eine einfache Röhre aus dem Baumarkt für knapp 9€. Eine Markenröhre von Osram alleine würde schon 6,50€ kosten, zumindest hier im Baumarkt. Versandhandelspreise kann ich aufgrund der Versandkosten nicht als Referenz nehmen.

Antreten muss die Röhre gegen die weißen LEDs aus meinem Radieschen Experiment. In diesen Experiment habe ich schon festgestellt, dass die weißen LEDs die schlechtesten LEDs sind. Das heißt, mit roten und blauen LEDs würde man noch bessere Ergebnisse erzielen. Aber es soll ja nicht zu einfach werden. Die weißen LEDs laufen mit 18V/700mA, macht nach Adam Riese und Eva Zwerg 12,6W. Gesamtpreis für die LEDs etwa 40€ mit allem drum und dran.


Aufgebaut habe ich das ganze in den Boxen von meinem Radieschen Experiment. Links die Röhre, rechts die LEDs.


Aufgrund der Überlänge der Röhre stelle ich eine mit Alufolie ausgekleidete Kunststoffkiste davor, um zum einen mehr Licht in die Box zu bringen und um Streulicht zu vermeiden. Die Perspektive auf dem Bild täuscht etwas. Die Leuchtstoffröhre hängt nur 12cm über dem Gewächshaus, die LEDs sind mit 15cm weiter davon entfernt.

Ich habe mittels Smartphone App versucht, die Lichtmenge zu messen. Leider ist das Smartphone kein Präzisionsinstrument, aber es gibt einen ersten Hinweis. Ich habe das Smartphone jeweils auf das Gewächshaus gelegt. Unter der Leuchtstoffröhre wurden etwa 1700 Lux gemessen, unmittelbar unter den LEDs wurde der Messbereich von 10000 Lux überschritten.

Nachteil dieser LED Konstruktion ist das punktuelle Licht. Hier wäre eine langgezogene Anordnung besser. Aber ich bin faul und verwende, was ich sowieso schon hatte :-D

Ich verwende für das Experiment Mini Gewächshäuser aus Kunststoff mit 24 Anzuchttöpfen, angeordnet zu 4x6. In die vier Reihen habe ich Basilikum, Paprika, Peperoni und Tomaten gesät. Basilikum je vier Samen, vom Rest je zwei. Bei Tomaten, Paprika und Peperoni werden jeweils überzählige Triebe entfernt.

Als Saatmedium verwende ich ungedüngte Kokoserde. Neben den beiden abgebildeten Gewächshäusern habe ich ein drittes als Referenz an ein Südfenster gestellt. In allen drei keimen bereits erste Tomaten und der Basilikum.

Die Pflanzen bleiben bis zum Testende in dem Gewächshaus. Ab einem bestimmten Punkt werde ich das Gießwasser mit flüssigem Dünger versehen. Stößt im ersten GWH eine Pflanze an den Deckel werden die Deckel bei allen GWH entfernt.

Für diese Kategorien kann ich also schon einmal Gewinner nennen.

  • Handhabung: LSR
  • Anschaffungspreis: LSR
  • Helligkeit: LED
  • Stromverbrauch: LED
Der Rest des Experiments wird jetzt eine Weile dauern.

Update: statt der 6 weißen LEDs verwende ich eine andere Anordnung mit 8 LEDs von einem älteren Experiment, die aber breiter verteilt sind. Dafür fließen durch die 8 LEDs jetzt nur noch 350mA und damit insgesamt nur etwa 9W.


Trotzdem messe ich in den Randbereichen 2500-3000 Lux, in der Mitte über 6000 Lux. Ich bin jetzt selbst gespannt, wie sich die LEDs trotz halber Leistung im Vergleich zur Röhre schlagen. Der Wert in Lux allein sagt noch nicht viel darüber aus, wie gut die Pflanzen wachsen. 

Montag, 25. März 2013

Mais Anzucht: Vorquellen ja oder nein?

Meine Antwort: eindeutig "Ja".

Zumindest in meinem kleinen Experiment zeigt sich ein deutlicher Vorteil der vorgequollenen Maiskörner gegenüber den direkt gesäten.

So sah es beim Einpflanzen aus

Links 24 Stunden vorgequollen

So sah es heute aus
Links alle Keimlinke zu sehen, rechts nur sieben
Ich habe alle vorsichtig ausgegraben und zum Vergleich übereinander gelegt. Ich denke, es ist eindeutig
Die vorgequollenen liegen in der unteren Reihe
Wer Mais anbauen will verschafft sich denke ich einen Vorteil, wenn er die Körner 24 Stunden in lauwarmem Wasser vorquillt.

Donnerstag, 21. März 2013

Vorzucht Experiment Mais Teil 1

Das erste Experiment soll zeigen, ob das Vorquellen von Maiskörnern einen Vorteil bringt. Hierzu habe ich 10 Körner etwa 24 Stunden in Wasser aufquellen lassen. Man sieht schon einen deutlichen Unterschied. 


Die Frage ist jetzt: Keimen die die eingeweichten Körner besser? 

Wird sich zeigen. Ich werde die Körner jetzt abdecken und stehen lassen. Mal schauen was sich tut

Mittwoch, 20. März 2013

Vorzucht und Anbau von Mais

Meine Experimentierfreude kennt im Moment keine Grenzen. Unter anderem will ich in diesem Jahr Mais anbauen. Die Informationen sind teilweise etwas widersprüchlich, wie man das am besten macht. Manche sagen, die Vorzucht ist gut, andere sagen, Direktaussaat ist besser.

Das, und noch einiges andere, will ich mal experimentell herausfinden. Mein erstes Experiment mit 3 zur Probe ausgesäten Samen war jedenfalls wenig erfolgreich. Nur einer von drei Samen ist überhaupt gekeimt und ich habe nicht mit einer derart langen Wurzel gerechnet.



Mais hat eine sehr lange Pfahlwurzel. Für die Vorzucht brauche ich also möglichst hohe Gefäße und ich fürchte fast, mein harter lehmiger Boden wird ihm auch nicht gefallen.

Mein Experiment wird so aussehen: ich suche mir zunächst geeignete Behälter für die Vorzucht. Möglichst hoch, aber möglichst schlank. Manche empfehlen Tetrapacks, aber in so kurzer Zeit kann ich nicht so viel Milch verbrauchen. Also brauche ich eine Alternative.

Dann werde ich einige Samen vorher einweichen, andere direkt in die Erde stecken. Es soll zwar nicht die Geschwindigkeit der Keimung erhöhen, aber vielleicht die Anzahl erfolgreich gekeimter Körner.

Zusätzlich werde ich noch schauen, ob es einen Unterschied gibt, ob es besser ist für die Anzucht nährstoffarme Erde zu verwenden oder gedüngte Erde. Und ich werde direkt aussäen.

Für das Experiment werde ich einige Körner "opfern". Da es noch etwas früh ist werde ich zunächst nur einen Vergleich machen, ob vorquellen etwas bringt. Dazu habe ich 10 Körner in Wasser eingeweicht. Die werde ich heute Abend in etwas Erde stecken. 10 weitere werde ich aussäen ohne sie einzuweichen.

Sonntag, 17. März 2013

Viel neues

Es schneit und schneit und will einfach nicht aufhören. Langsam hängt mir der Mist zum Hals raus.

Dennoch geht es bei mir grün zu. Jede Woche ein wenig mehr. Der ursprüngliche Plan, in diesem Jahr "klein" anzufangen, dürfte inzwischen gescheitert sein ;-)

Eigentlich sollten nur ein paar Tomaten, Salate und ein paar Kleinigkeiten in diesem Jahr meinen Garten bevölkern, aber irgendwie wird es immer mehr. Aus den "paar" Tomaten sind inzwischen fünf oder sechs Sorten geworden, dazu, nochmal vier oder fünf Sorten Paprika, Chili, Stevia, Gurken, Zucchini, jede Menge Auberginen und inzwischen sogar Obst. Ich habe diese Woche zwei rote Johannisbeeren, eine schwarze Johannisbeere und eine rote Stachelbeere gekauft. Langsam wird es voll im Garten :-)

Für meinen Salat, der inzwischen draußen untergebracht wurde, habe ich gestern einen Folientunnel gebaut. Der Rahmen besteht aus Kunststoff Profilen, die Bögen aus Kunststoffrohren. Die Folie ist eine UV beständige Gewächshausfolie, die ich in diesem Jahr noch öfter verwenden werde.

Selbst gebauter Folientunnel

Hier mal ein Video vom aktuellen Stand meiner Anzucht


Und jetzt, blöder Schnee

verschwinde

Sonntag, 3. März 2013

Warten auf den Frühling

Um möglichst früh ernten zu können habe ich schon angefangen mit der Aussaat. Da es mein erstes Gartenjahr ist fange ich nur mit einer kleinen Auswahl an. Ich konzentriere mich auf Tomaten und Salat. Dazu noch ein paar Gurken. Was aus der bunten Mischung wird weiß ich immer noch nicht.

Hier mal ein Video vom aktuellen Stand


Mittwoch, 20. Februar 2013

Bunte Mischung keimt

 Von den 18 gesäten Samen aus der Bunten Mischung zeigen 11 mindestens einen Ansatz von einem Trieb. Einige sind schon voll aufgegangen.

Ich kann allerdings nicht sagen, was genau dabei heraus kommt. Der Blattform nach könnte es sich um Paprika oder Chili handeln, eventuell auch um Tomaten.

Finde es spannend zu sehen, was dabei raus kommt

Im Hintergrund sieht man den ersten Salat, den ich gesät habe. Der muss bald nach draußen, sonst nimmt der den gesamten Platz ein. Deshalb hoffe ich auf Sonne und möglichst keinen Frost mehr.


Sonntag, 10. Februar 2013

Bunte Mischung

Letztes Jahr habe ich im Internet Samen für Tomaten, Chili und Stevia bestellt. Zusätzlich habe ich ein Tütchen mit Samen bekommen mit der Aufschrift "Bunte Mischung".
Da ich keinen Schimmer habe was da drin ist habe ich die jetzt einfach mal "auf gut Glück" gesät.
Insgesamt 18 Samen habe ich in Kokos Quelltöpfchen gesetzt. Ich bin gespannt was dabei raus kommt.