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Mittwoch, 8. Juli 2015

Mulchen mulchen mulchen

Ich habe mich in letzter Zeit häufiger mit dem Thema mulchen beschäftigt und bin zu der Überzeugung gelangt, dass mulchen grundsätzlich eine gute Idee ist.

Für alle, die nicht wissen, was mulchen ist, hier eine kurze Erklärung. Unter mulchen versteht man das Abdecken der Erde. Zum Abdecken sollte man bevorzugt organisches Material wie gemähtes Gras, Stroh oder Holzhackschnitzel verwenden. Es gibt auch Mulchfolien oder andere künstliche Produkte, von denen ich aber nichts halte.

Mulchen hat mehrere Vorteile. Der (für mich) wichtigste ist die Reduzierung des Feuchtigkeitsverlustes durch Verdunstung. Unter einer ausreichend dicken Mulchschicht bleibt die Erde lange feucht, auch wenn länger nicht gegossen wird.

Der zweite wichtige Vorteil ist die Unterdrückung von Unkraut. Durch die Mulchschicht kommt fast kein Unkraut durch. Und sollte doch mal Unkraut auftauchen lässt es sich durch den weichen Boden leicht entfernen, wenn es nicht sogar direkt in der Mulchschicht wurzelt.

Ein weiterer Vorteil betrifft nur organische Mulchmaterialien. Durch die Zersetzung des Mulchmaterials werden permanent Nährstoffe in das Erdreich abgegeben. Da sich eine Plastikfolie nicht zersetzt entfällt der Vorteil.


Ich habe zwei Hochbeete aus Gitter Kompostern, jeweils 1x1m groß. In einem Hochbeet waren Kohlrabi der Sorte Superschmelz, im zweiten habe ich jetzt zwei Zucchini. Unter den Kohlrabi hatte ich keine Mulchschicht und obwohl ich oft und reichlich gewässert habe war das Hochbeet bis in tiefere Schichten regelrecht ausgetrocknet. Der Kohlrabi ist entsprechend schlecht gewachsen.

Im zweiten Hochbeet hatte ich vorher Kopfsalat und nachdem der geerntet war habe ich zwei Zucchini eingepflanzt. Darunter habe ich eine dicke Schicht Holzhackschnitzel (keinen Rindenmulch) verteilt.

Auch in meinem Gewächshaus hatte ich Probleme, die Erde feucht zu halten. Ich habe hier zuerst einen Teil mit Holzhackschnitzeln abgedeckt. Den Rest habe ich jetzt mit Rindenmulch gemulcht (ich weiß, dass Rindenmulch einen schlechten Ruf hat. Dazu später mehr).

Gestern hat eine Nachbarin den Rasen gemäht und ich bat sie, mir das geschnittene Gras zu überlassen. Damit habe ich die Erde in den Töpfen abgedeckt. Sobald ein anderer Nachbar oder ich selbst Rasen mähe wird noch mehr Gras verteilt.

Überall, wo ich gemulcht habe, ist die Erde darunter feucht, auch wenn längere Zeit nicht gegossen wurde. In den Beeten trifft man überall auf Regenwürmer direkt unter der Mulchschicht. Im trockenen Boden hab ich tief graben müssen um mal einen Wurm zu finden. In den Töpfen, die unten einen Wasservorrat haben, ist die Feuchtigkeit jetzt deutlich besser verteilt. Ohne Mulchschicht war der obere Teil bereits nach kurzer Zeit ausgetrocknet während der untere Bereich durch den Wasservorrat noch gut feucht war. Durch das Mulchen bleibt die Erde selbst bei der aktuellen Hitzewelle bis oben hin feucht.

Ich muss überall, wo ich gemulcht habe, deutlich weniger gießen. Auf großen Beeten mit ausreichend dicker Mulchschicht reicht eventuell sogar der natürliche Regen.

Bleibt noch die Frage nach dem richtigen Mulchmaterial. Gras hat jeder, der einen Rasen hat. Das kann man gut auf Blumenbeeten oder unter Sträuchern verteilen. Ich finde, es eignet sich besonders gut für Blumentöpfe, da man es durch das feine Material gut auf der kleinen Fläche verteilen kann.

Kommen wir zum Rindenmulch. Der ist vor allem billig im Baumarkt zu bekommen. Es gibt aber zwei große Kritikpunkte am Rindenmulch. Zum einen wird in der Rinde viel Cadmium eingelagert. Je nach Region und Bodenbeschaffenheit, in dem die Bäume standen, können die Werte stark schwanken. Der gesetzliche Grenzwert für Cadmium liegt bei 1,5 Milligramm pro Kilogramm. Zum anderen können die Stämme nach dem Fällen mit Insektiziden behandelt worden sein, die man sich auf diesem Weg in den Garten holt. Der von mir verwendete Rindenmulch enthält laut Öko Test keine Insektizide und Cadmium noch unterhalb des gesetzlichen Grenzwertes. Trotzdem werde ich keinen neuen Rindenmulch mehr kaufen.

Ich bin nämlich vor einer Weile auf das Projekt Back to Eden Garden gestoßen. Statt Rindenmulch werden Holzhackschnitzel verwendet. Also das, was aus einem Gartenhäcksler raus kommt, wenn man Äste rein schiebt. Man hat also keinen der Nachteile von Rindenmulch und wenn man eigene Bäume und Sträucher hat bekommt man das Material frei Haus.

Sowohl bei Holz als auch bei Rinde muss man jedoch zusätzlich Stickstoff düngen, da durch die Verrottung dem Boden Stickstoff entzogen wird. Man kann dies einfach dadurch ausgleichen, indem man vor dem Mulchen zB 40-80g Hornspähne pro m² verteilt.

Besonders praktisch finde ich bei Rindenmulch oder Holzhackschnitzeln, dass man darüber laufen kann. Man braucht keine Platten oder Bretter sondern kann direkt auf das Mulchmaterial treten.

Bei Erdbeeren hat sich Stroh als Mulchmaterial bewährt. Wenn man auf großen Erdbeerfeldern selbst ernten geht wird man fast immer über Stroh laufen.

Mulchen hat aber auch ein paar Nachteile, die nicht unerwähnt bleiben sollen. Man kann ein gemulchtes Beet schlecht harken, ohne die Mulchschicht unter zu graben. Wenn ich ehrlich bin sehe ich das nur als kleinen Nachteil. Der Boden wird von alleine so locker das man sich das Harken eigentlich sparen kann.

Besonders auf lehmigem Boden bleibt das Erdreich relativ kühl, was das Wurzelwachstum hemmen kann. Hier muss man abwägen, ob der Nachteil die Vorteile eventuell zunichte macht. Ich schätze, da hilft nur ausprobieren.

Der für mich größte Nachteil ist, dass die Mulchschicht als Brutstätte für Schnecken dienen kann, vor allem eine dicke Schicht Grasschnitt. Aber hier helfen Schneckenzäune und Schneckenkorn







Ich werde in Zukunft, wann immer möglich, eine Mulchschicht auf den Beeten aufbringen. In Töpfen bleibe ich vorerst bei Gras, bei Obst- und Gemüsebeeten werde ich Holzhackschnitzel verwenden. Für Blumenbeete suche ich eventuell was optisch ansprechendere. Aber mulchen werde ich, weil mich die Vorteile jetzt schon überzeugt haben.

Dienstag, 27. Mai 2014

Mal wieder Garten

Nach einer langen Pause und vielen LED Experimenten geht es jetzt doch mal wieder im Garten weiter.

Ich habe im Frühjahr leider praktisch gar nichts gemacht, dementsprechend verwildert ist mein Garten derzeit noch. Durch die schlechte Witterung in den letzten Tagen konnte ich auch nur wenig daran ändern.


Der Rasen ist inzwischen eine Wildwiese. Das wird sich, sobald das Wetter wieder besser ist, Stück für Stück ändern. Am rechten Rand sieht man, dass ein Gewächshaus dazu gekommen ist. Ist zwar nur ein Foliengewächshaus, aber besser als nix. Das steht auf dem Beet, auf dem letztes Jahr noch mehrere Paprika und Chili Pflanzen gewachsen sind.


In dem Beet befinden sich jetzt aber keine Chili mehr sondern Tomaten.


Ich habe die in diesem Jahr allerdings gekauft und nicht selbst gezogen. Das wäre mir in den letzten Monaten zu viel gewesen. Im nächsten Jahr ziehe ich wieder selbst.

Das Gewächshaus besteht nur aus Metallstangen, die derzeit im Boden stecken. Erstaunlicherweise hat es das Unwetter unbeschadet überstanden, aber ideal finde ich das nicht. Deshalb werde ich vermutlich einen Holzrahmen bauen, der als Sockel dient und an dem die Stangen dann befestigt werden. Dadurch wird das Gewächshaus hoffentlich noch stabiler und ein gutes Stück höher.

Links neben dem Gewächshaus hab ich zwei Zucchini gepflanzt. Mal schauen, wie die werden

Leider musste ich in diesem Jahr auch Unkraut mittels Chemischer Keule entfernen. Auf diesem Beet haben sich Disteln ausgebreitet. Und je mehr man ausgerissen hat umso mehr kamen wieder nach. Wie die Hydra aus der griechischen Mythologie. Schlägt man einen Kopf ab wachsen zwei neue nach.

Dafür ist das Beet jetzt sauber und ich habe dort übergangsweise eine Sommerblumen Wiese aus der Dose gesät. Mal schauen, was daraus wird. 


An einer Grundstücksgrenze werde ich noch einen Sichtschutz aufstellen und vom Gewächshaus bis zur Grundstücksgrenze werde ich in den nächsten Monaten eingefasste Beete anlegen, in die ich in diesem Jahr allerdings noch nichts großartiges Pflanzen werde.

Sonntag, 17. März 2013

Viel neues

Es schneit und schneit und will einfach nicht aufhören. Langsam hängt mir der Mist zum Hals raus.

Dennoch geht es bei mir grün zu. Jede Woche ein wenig mehr. Der ursprüngliche Plan, in diesem Jahr "klein" anzufangen, dürfte inzwischen gescheitert sein ;-)

Eigentlich sollten nur ein paar Tomaten, Salate und ein paar Kleinigkeiten in diesem Jahr meinen Garten bevölkern, aber irgendwie wird es immer mehr. Aus den "paar" Tomaten sind inzwischen fünf oder sechs Sorten geworden, dazu, nochmal vier oder fünf Sorten Paprika, Chili, Stevia, Gurken, Zucchini, jede Menge Auberginen und inzwischen sogar Obst. Ich habe diese Woche zwei rote Johannisbeeren, eine schwarze Johannisbeere und eine rote Stachelbeere gekauft. Langsam wird es voll im Garten :-)

Für meinen Salat, der inzwischen draußen untergebracht wurde, habe ich gestern einen Folientunnel gebaut. Der Rahmen besteht aus Kunststoff Profilen, die Bögen aus Kunststoffrohren. Die Folie ist eine UV beständige Gewächshausfolie, die ich in diesem Jahr noch öfter verwenden werde.

Selbst gebauter Folientunnel

Hier mal ein Video vom aktuellen Stand meiner Anzucht


Und jetzt, blöder Schnee

verschwinde